Festschrift – Vorwort Präsident OG Salzburg

Olt HR Dr. Marckhgott

Olt HR Dr. Heinrich Christian Marckhgott,
Präsident der Offiziersgesellschaft Salzburg

Die Offiziersgesellschaft Salzburg feiert ihr 50jähriges Bestandjubiläum. Ein Grund zum Feiern?

Zugleich mit der Wiederaufstellung des Österreichischen Bundesheeres nach Erlangung der vollen staatlichen Souveränität im Jahr 1955 beschloss eine Gruppe von Offizieren in Salzburg die Gründung einer Offiziersgesellschaft nach dem Muster der Schweizerischen Offiziersgesellschaft. Nachdem schon seit 1953 periodische Zusammenkünfte einer Gruppe zumeist jüngerer Offiziere aus dem ersten Bundesheer in Salzburg stattgefunden haben, schritten die Vorarbeiten in Abstimmung mit dem damaligen Staatsamt für Landesverteidigung rasch voran, und nach eingehender Prüfung durch die Vereinsbehörde konnte am 21. Februar 1957 die Gründungsversammlung der Offiziersgesellschaft Salzburg abgehalten werden. Über Ersuchen des Leiters des Staatsamtes, Hofrat Dr. Liebitzky, die Tätigkeiten nicht auf das Bundesland Salzburg zu beschränken, wurden von Salzburg aus Proponenten für weitere Landesgesellschaften gesucht und Vorbereitungsarbeiten für einen österreichweiten Dachverband getroffen. Unmittelbar gefolgt von Oberösterreich und Niederösterreich (ebenfalls noch im Jahr 1957) wurden daraufhin bis 1961 in allen Bundesländern Offiziersgesellschaften gegründet; im Jahr 1960 konstituierte sich die Österreichische Offiziersgesellschaft als Dachverband.

Die darauf folgende Entwicklung der Offiziersgesellschaften – und dabei insbesonders natürlich der Offiziersgesellschaft Salzburg, die aufgrund der starken Garnisonen im Land zu den mitgliederstärksten Landesgesellschaften gehört – spiegelte in vielerlei Hinsicht die Entwicklung des Bundesheeres, ja der gesamten Landesverteidigung in Österreich wider:

Lag anfänglich der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten auf Grund der damaligen Gegebenheiten nahezu ausschließlich auf dem Gebiet der Fortbildung des (Reserve- und Miliz-) Offizierskorps sowie auf standespolitischen und gesellschaftlichen Aktivitäten, so trat im Lauf der Zeit bei unseren Tätigkeiten immer stärker auch der wehr- und sicherheitspolitische Aspekt in den Vordergrund. Nicht nur bei allen Heeresreformen, sondern auch bei vielen anderen die Landesverteidigung ursächlich berührenden gesellschaftspolitischen Entwicklungen hat die Offiziersgesellschaft ihre Stimme erhoben und Stellung bezogen – oft kritisch, oft unbequem, stets aber im Bewusstsein des „sicherheitspolitischen Gewissens“ in unserer Republik. Bei weitem nicht Alles konnte erreicht werden, aber Vieles auf dem Gebiet der Österreichischen Landesverteidigung und Wehrpolitik trägt – auch – die Handschrift der Offiziersgesellschaft, die damit gleichzeitig der staatspolitischen Intention einer bestmöglichen Verankerung des Bundesheeres in der Bürgergesellschaft Rechnung trägt.

Und so wird die Offiziersgesellschaft auch in Zukunft immer dann, wenn es im Interesse von Landesverteidigung und Wehrpolitik, und wenn es im Interesse des Bundesheeres ist, die Stimme erheben und konstruktiv an der Bewältigung der nicht leichter gewordenen Aufgaben mitarbeiten.

Die Offiziersgesellschaft Salzburg feiert ihr 50jähriges Bestandsjubiläum. Ein Grund zum Feiern? Ich denke schon!

Olt Hofrat Dr. Heinrich Christian Marckhgott,
Landesamtsdirektor von Salzburg


–> Österreich im sicherheitspolitischen Wandel