In memoriam Oberstudienrat Hauptmann a.D. Mag. Gernot Weninger

Es war im Oktober 1992, Matrashaus am Hochkönig. In das Schutzhaus war gerade ein Dutzend Offiziere und Unteroffiziere eingefallen. Die Soldaten hatten bei schlechtem Wetter und Schneesturm den Aufstieg über das Birgkar gewagt und wollten sich nun im Matrashaus aufwärmen. Ein paar erstaunte Bergsteiger aus Deutschland beobachteten das Treiben, bis schließlich einer die erstaunte Frage an einen Soldaten stellte, ob sie zu einer Spezialeinheit gehören würden. Auf das verdutzte, „Warum“, antwortete der deutsche Bergkamerad: „Ja, weil Sie alle die Aufschrift „Weninger“ auf Ihrer Uniform tragen!“ Bei den Soldaten handelte es sich um ein Hochgebirgsseminar, das Hauptmann Gernot Weninger für das Militärkommando Salzburg durchführte und an dem auch seine beiden Söhne Robert und Richard teilgenommen hatten. Daher die für den Beobachter verwirrende Häufung des Namensschildes „Weninger“.

Diese kleine Begebenheit sagt bereits viel über den Charakter von Hauptmann a.D. Oberstudienrat Mag. Gernot Weninger, der am 11. Juni 1940 in Salzburg geboren wurde und die Kriegsjahre mit seiner Familie (er hatte drei Geschwister) in Ebenau verbrachte. Nach Kriegsende kehrte die Familie wieder nach Salzburg zurück, wo Gernot Weninger in Parsch, an den Hängen des Gaisberhges, sehr früh seine Leidenschaft zum Sport, vor allem zum Bergsteigen und Schifahren, entdeckte. Er organisierte viele Wettkämpfe und Wettbewerbe. Nach seiner Bundesheerausbildung schlug er die Laufbahn eines Lehrers ein. Lehrer und Ausbilder war er wohl immer mit Leib und Seele. Als Sportlehrer übernahm er bevorzugt die schwächste Schifahrergruppe, nahm diese eine Woche ordentlich her und hatte seine diebische Freude daran, wenn einer aus dieser Gruppe den abschließenden Bewerb für sich entscheiden konnte.

Im Bundesheer erreichte Gernot Weninger den Dienstgrad eines Hauptmannes. Er war der erste Milizoffizier, dem die Ehre und besondere Verantwortung zu Teil wurde, am Golan die Bergkompanie am Mt. Hermon befehligen zu dürfen. Unglücklicherweise brannte das Unterkunftsgebäude mitten im Winter ab, so dass es seines besonderen Improvisationsgeschickes bedurfte, die notwendigen Veranlassungen zu treffen. Mit Unterstützung seiner Kameraden konnte Hauptmann Weninger auch diese Herausforderung meistern.

Im Militärkommando war er als begeisterter Bergsteiger als Alpinoffizier beordert und verstand es zahlreiche junge Kameraden mit seiner Leidenschaft zu infizieren.

Einige Jahre später hatte Kamerad Hauptmann Weninger einen schweren Paragleitunfall, mit dessen Folgen er über lange Jahre zu kämpfen hatte.

In der Offiziersgesellschaft machte sich Hauptmann Gernot Weninger durch die Gründung des Milizsportes im Herbst 1986, gemeinsam mit dem damaligen Obersten Viktor Wanner und Oberstleutnant Josef Schalber, verdient, der noch heute unter der Leitung seines Sohnes Richard, besteht.

Schwer getroffen haben Gernot Weninger der Tod seiner Frau Susi (geb. Jonak von Freyenwald) vor zwei Jahren und eine schwere Erkrankung seines älteren Sohnes. In den frühen Morgenstunden des 2. Jänner 2021 verstarb Hauptmann a.D. Gernot Weninger an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Die Verabschiedung erfolgte am 13. Jänner 2021 im Krematorium des Kommunalfriedhofes unter Anwesenheit eines Vertreters der Offiziersgesellschaft Salzburg.

Die Offiziersgesellschaft Salzburg wird ihrem verstorbenen Kameraden ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren!